Wipperau-Kurier
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Mobbing

Hänseln, sticheln, ausgrenzen


Wie schlimm muss es für ein Kind sein, schon im frühen Alter gemobbt zu werden? Es ist erschreckend, dass dieses Schicksal bereits Kinder im Grundschulalter (meist zwischen 6 und 10 Jahren) ereilt. Die Folgen für die Kinder kann man zunächst nur erahnen: Sie ziehen sich zurück, verlieren das Interesse an ihren Hobbies, klagen möglicherweise über körperliche Probleme wie Bauch- oder Kopfschmerzen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zum Selbstmord kommen.

Auch – oder besonders – im Jugendalter ist Mobbing ein großes Thema, das viel zu oft verschwiegen wird. Beschimpfungen und körperliche Gewalt gehören bei vielen Teenagern leider zum Alltag. Deshalb ist Aufklärung von großer Bedeutung.
Vor allem Lehrerinnen und Lehrer sollten sich mehr mit dem Thema Mobbing befassen. Denn zu oft werden offensichtliche Anzeichen übersehen und fälschlicherweise als Unsinn oder Kleinigkeit abgetan. So lässt sich auch verstehen, wenn Schülerinnen und Schüler, die Probleme haben, sich nicht mehr ihren Lehrern und Lehrerinnen zuwenden. Sie fühlen sich schlichtweg nicht ernst genommen. Dadurch ziehen sich die Betroffenen immer weiter zurück und landen in einer Abwärtsspirale der Gefühle. Dabei wollen wir doch eigentlich, dass die kommende Generation eine starke, sichere und vor allem glückliche ist!
Natürlich ist es nicht immer ganz leicht, Kinder zu durchschauen und mit ihnen zu sprechen, besonders wenn die Kinder im Teenager-Alter sind. Jedoch sollte man gerade auf die jungen Erwachsenen ein Auge werfen. Die Pubertät ist eine der wichtigsten Entwicklungsphasen des Menschen: Man findet zu sich selbst und wird langsam aber sicher zu einer eigenständigen Person. Damit die Jugendlichen reibungslos heranwachsen können, braucht es die Aufmerksamkeit aller.
Denn wer zusätzlich zu den normalen Teenie-Problemen noch mit Mobbing kämpfen muss, der wird es später oftmals sehr schwer haben.

Tatvorwürfe ernst nehmen!
Eltern sollten sich mehr mit den Gefühlen und Gedanken ihrer Kinder beschäftigen, ihnen das nötige Einfühlungsvermögen sowie ein gesundes Maß an Verständnis entgegenbringen. Das gilt nicht nur für die Eltern der Gemobbten, sondern gerade auch für die der Mobber. Besonders Letztere sollten Vorwürfe ernst nehmen und sie nicht einfach abtun. Leute, die andere schikanieren, haben oft selbst Probleme in Sachen Selbstwertgefühl: Unsicherheiten oder ein verzerrtes Bild von Machtverhältnissen.
Wenn der Verdacht im Raum steht, dass das eigene Kind andere verletzt, sei es auf körperlicher oder auf psychischer Ebene, sollte dem Beachtung geschenkt werden. Viele reagieren in so einem Moment abwehrend, denn der eigene Nachwuchs könnte ja niemals so etwas anstellen! Diese Einstellung ist zwar menschlich, aber leider absolut nicht hilfreich. In erster Linie sollte man in so einem Fall ruhig mit dem eigenen Kind sprechen. Miteinander zu reden hat nur Vorteile.
Im besten Fall erfährt man, dass alles doch gar nicht so ist, wie es scheint. Und falls dem nicht so ist, bekommt man wenigstens die Hintergründe mit und kann sein Kind darauf aufbauend unterstützen.
Für die Zukunft des Kindes ist das essenziell, denn nur so kann man das Kind bei der Entwicklung unterstützen – und nur so kann aus dem eigenen Spross mit der Zeit ein liebenswerter Erwachsener werden.

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Bild: rk

Opfer müssen Hilfe suchen!
Dabei darf man die Opfer nicht vergessen. Wer würde mit dem Gedanken klarkommen, dass, womöglich durch den eigenen Sohn oder die eigene Tochter, ein anderes Kind nachhaltig geschädigt wird? Kinder sollten behütet aufwachsen können, ohne solchem Stress ausgesetzt zu sein! Nicht nur Kinder und Jugendliche müssen sich durch den mit Mobbing gespickten Alltag kämpfen. Es gibt genügend Erwachsene, die in der Ausbildung, dem Studium oder am Arbeitsplatz schikaniert werden. Da Arbeit in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt und wir ihr den größten Teil des Tages widmen, ist ein gutes und verständnisvolles Umfeld umso wichtiger.
Nicht jede Unstimmigkeit zwischen Kollegen ist gleich Mobbing. Andererseits muss man sich jedoch nicht alles gefallen lassen. Wer zum Beispiel immer wieder mit unnötigen Aufgaben konfrontiert wird, der hat es vielleicht wirklich mit einer Schikane zu tun.
Am wichtigsten bei alledem ist es, sich nicht in die Opferrolle zu fügen, sondern etwas dagegen zu tun. Das hört sich leichter an, als es wirklich ist – jedoch muss man immer daran denken, dass Mobbing einen von innen heraus kaputt macht. Wer nicht darüber spricht oder sich anderweitig ausdrückt, der wird innerlich zerbrechen. Jedem Menschen, der gemobbt wird, sei gesagt: Wenn euch Hilfe angeboten wird, nehmt sie an. Nicht jeder möchte euch etwas Böses. Dieses Schicksal sollte niemanden ereilen. Es gibt Dinge, gegen die man nichts tun kann – Mobbing gehört nicht dazu! Das Opfer allein kann jedoch meist nicht viel ausrichten. Hier sind alle gefragt! Es schadet nicht, einmal über sich selbst nachzudenken und zu hinterfragen, welche Konsequenzen die eigenen
Taten anderen gegenüber haben. Für menschliches Miteinander gilt die einfache Regel: Behandelt andere so, wie ihr selbst gern behandelt werden wollt!

Rieka-Sophie Klimpel
im Rahmen ihres Schülerpraktikums beim Bahn-Media Verlag