Wipperau-Kurier
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Irena Naußed: „Kunstundso“ in Lüchow

Pappmaché ganz kreativ

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Im „Kunstundso“ in Lüchow bietet Naußed ihre Werke an.Fotos (2): du


Irena Naußed hat sich von klein auf künstlerisch betätigt. ‧Im Wipperau-Kurier erzählt die Betreiberin von „Kunstundso“ in Lüchow davon – ebenso wie von ihrem Umzug ins Wendland und die Verwobenheit ihrer Arbeit mit dem Berliner Theater.

Aufgewachsen mit und in der Kunst, hatte sie gar keine andere Wahl, als auch Künstlerin zu werden. Irena Naußed kennt es nicht anders. Sie hatte immer Papier und einen Stift zur Verfügung um das, was sie gerade bewegte, frei aus der Hand auf dem Papier ausdrücken zu können. Es ist nichts, worüber sie selber viele Worte verliert. Ihre Kunst ist für sie etwas total Selbstverständ‧liches.
Sie ist vor 58 Jahren in Pankow, heute bekannt als Weißensee, aufgewachsen. Geprägt von zwei kreativen Elternteilen, die immer dafür sorgten, dass Papier und Buntstifte zur Verfügung standen. So ist die malerisch-zeichnende Darstellung von Empfindungen, Wahrnehmungen und Eindrücken für sie Teil ihres Alltages ‧geworden: „Ich bin so groß geworden. Ich kenn das gar nicht anders.“ Als es um ihre Berufswahl ging, wollte sie eigentlich „Schaufensterdekorateurin werden, weil ich dachte, man kann da die Schaufensterpuppen verändern.“

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Pappmaché ist ein vielseitiges Material, das die Wahl-Lemgowerin so kreativ einsetzt, wie nur wenige es können.


Ihren Eltern lag viel daran, dass sie die Möglichkeit hätte, auch als angestellte Künstlerin zu arbeiten – und so verhalfen sie ihr zu einer Praktikumsstelle im Malsaal der Komischen Oper in Berlin. Das waren ihre ersten Kontakte mit dem Beruf der Theatermalerin. Die Vielfalt dieses Berufes brachte sie dann in das Studium der Theatermalerei nach Dresden 1982. Drei Jahre lang lernte sie dort, den Bühnenrequisiten Farbe zu verleihen, Theaterplastiken in allen Größen zu erstellen und diese bühnenreif zu gestalten.
Eines der dabei verwendeten Materialien: Pappmaché. Das Arbeiten damit begeisterte sie total – und schon damals dachte sie: „Eigentlich ein tolles Material, da kannste mehr mit machen.“ Doch bis zu ihrer ersten Schwangerschaft 1987 war sie noch fest‧angestellte Mitarbeiterin am Theater in Cottbus.

Mit der Familie ins Wendland
Sie wollte ihre Kinder beim Aufwachsen begleiten und kümmerte sich – bis zu ihrem Umzug ins Wendland – um ihre inzwischen auf zwei Kinder angewachsene Familie.
Ins Wendland ist sie gekommen, als sie gemeinsam mit ihrem Mann nach der Wende ein neues Heim suchte – und beide sich in ein Haus im Lemgow verliebten, in das sie 1992 einzogen. „Dass die Leute hier toll sind und die Gegend zu uns passt, ist uns gleich aufgefallen, als wir herzogen“, sagt sie nun, fast 30 Jahre später. Sie wollte wieder als Künstlerin arbeiten und machte sich mit „Kunstundso“ in Lüchow selbstständig.
Beim Besuch in ihrem Ausstellungs- und Verkaufsraum fällt sofort die Individualität der einzelnen Werkstücke ins Auge. Jede Figur, jedes Gesicht ist anders, drückt eine ganz eigene Botschaft aus. Wer die ausgestellten Figuren aus Pappmaché, die Keramikwerke, Schachteln und vielen Aquarellbilder betrachtet, begreift ihr ganzes Können und die Breite ihrer Kreativität. Da ist der Wutbürger, der vor lauter Wut schon rot im Gesicht geworden ist, da ist der kleine, große Junge mit seinem Schmusetier, dem die Angst vor dem Atom im Gesicht steht. Naußed scheint ein unerschöpfliches Reservoir an Ideen und Umsetzungsfähigkeiten zu haben.
Wie kommt sie darauf?
„Tja, wie komme ich darauf? Ich versuche eben etwas zu schaffen, was erst mal mir selber gut gefällt.“
du