Wipperau-Kurier

Fair-Teiler in Bergen

Ein Ort des Miteinanders


Die „Fair-Teiler“-Initiative in Bergen an der Dumme versorgt Menschen in Not mit überschüssigen Lebensmitteln und schafft so einen Treffpunkt für Austausch und Unterstützung.

Bild "P1000115.JPG"In Bergen an der Dumme gibt es nun seit knapp drei Jahren eine Initiative, die sowohl Menschen in finanzieller Not unterstützt als auch der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagt: die Fair-Teiler. Das sind fünf engagierte Frauen – Karen Fischer, Marianne Görisch, Magdalena Henning, Susann Krumpen und Beate Schneider. Der Gedanke dahinter ist einfach: Lebensmittel, die übrig sind oder verschenkt werden können, werden zu einem zentralen Ort gebracht und können dort kostenlos abgeholt werden.

Geben und Nehmen
Das Prinzip der Fair-Teiler beruht darauf, dass sich Menschen gegenseitig unterstützen. „Das Leben ist ein Karussell“, sagt eine Nutzerin. Sie selbst bringt auch Spenden, ist begeistert von der Idee – und der Möglichkeit, sich auch mal Dinge zu holen, die sonst vielleicht unerschwinglich wären. „Mit meiner Grundsicherung verhungere ich nicht, aber Besonderheiten wie Mozzarella-Bällchen könnte ich mir nicht leisten – hier bekomme ich sie manchmal“, erzählt sie.
Anfangs bescheiden gestartet, wuchs die Zahl der Besucher und Spender stetig. Während zu Beginn nur eine Handvoll Menschen den Fair-Teiler nutzten, sind es mittlerweile über zwanzig Personen, die wöchentlich kommen. Neben Einheimischen aus Bergen kommen auch Menschen aus umliegenden Orten wie Clenze, Schnega und sogar aus Sachsen-Anhalt. „Die Not steigt, das merken wir“, berichten die Gründerinnen. „Immer mehr Menschen brauchen Unterstützung.“

Großzügige Gemeinschaft
Die Fair-Teiler können auf eine breite Unterstützung zählen. Besonders hervorzuheben ist Ute Schulz, die durch ihre regelmäßige Kartoffelspende den Start der Initiative ermöglicht hat. Auch der Hof Sonntag, zwei Supermärkte und die Bäckerei Schultz unter Leitung von Thorsten Hilgendag sind feste Partner.
Die Fair-Teiler-Gruppe sammelt die Spenden bereits dienstags ein oder erhält sie mittwochs zwischen 10 und 10.30 Uhr an der Paulus-Kirche in Bergen. Ab 10.30 Uhr sind die Lebensmittel dann bereit zur Abholung. Für diejenigen, die lieber anonym bleiben möchten, ist die Kirche immer bis 17 Uhr geöffnet, außer sonn- und feiertags.

Viel Aufwand
Da die Fair-Teiler den Vorgaben des Gesundheitsamtes unterliegen, ist der Verwaltungsaufwand hoch. Jedes gespendete Lebensmittel wird sorgfältig dokumentiert und die Inhaltsstoffe werden festgehalten. Der Zugang zu gekühlten Lebensmitteln wurde anfangs mit einfachen Kühltaschen gelöst. Doch mittlerweile konnte die Gruppe einen Kühlschrank anschaffen. Aufgrund der steigenden Nachfrage wird mittelfristig ein zweiter benötigt.
Um dieses wichtige Projekt weiterhin am Leben zu halten und auszubauen, kann man nicht nur Lebensmittel spenden, sondern auch finanziell unterstützen. Jeder Beitrag hilft, den Fair-Teiler langfristig als stabilen Anlaufpunkt zu sichern. Der ist längst mehr als nur eine Lebensmittelabholstelle – er ist zu einem Treffpunkt geworden, an dem Menschen ins Gespräch kommen, sich unterstützen und Erfahrungen teilen.

dt