Wipperau-Kurier

NABU Niedersachsen

75 Jahre für Mensch und Natur!


Seit 75 Jahren setzt sich der NABU Niedersachsen auf vielfältige Weise für den Naturschutz und damit auch für den Menschen ein.

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Der Wiedehopf, Vogel des Jahres 2022, ist dank des NABU wieder in Ostfriesland gesichtet worden.
Foto: Pixabay.com/linda1978


Die Geschichte des Naturschutzbundes (NABU) Niedersachsen ist eine 75-jährige Erfolgsgeschichte: 1947 gegründet als Landesgruppe im Bund für Vogelschutz (BfV), später in NABU umbenannt, wächst der Bund kontinuierlich.
Im Jahr 2000 hatte er 50.000 Mitglieder, seitdem hat das Thema Naturschutz in der Bevölkerung an Bedeutung gewonnen, was auch die Zahlen des NABU Niedersachsen zeigen: Anfang September 2021 knackte er die 125.000-Mitglieder-Marke, seit Ende 2018 waren 25.000 neue Mitglieder hinzugekommen.
„Dadurch ist unser Einfluss auf die Politik deutlich gestiegen – was sich insbesondere an unserem erfolgreichen Volksbegehren aus dem Jahr 2020 und dem daraus resultierenden Niedersächsischen Weg abbildet“, erklärt der Landesvorsitzende Holger Buschmann. Der Niedersächsische Weg ist ein Vertrag zwischen Landesregierung, Landwirtschafts- und Umweltverbänden und sorgt für neue, verbesserte Gesetze für den Naturschutz, deren Umsetzung weiter begleitet wird. Die neuen Gesetze wurden vom Landtag einstimmig beschlossen – ein großer Erfolg für den NABU.
Ein wesentlicher Anteil der Naturschutzarbeit des NABU wird landesweit von ehrenamtlichen Mitgliedern des Verbandes geleistet. Etwa 8500 Aktive aus rund 200 Gruppierungen – auch in der Jugendorganisation NAJU – führen Projekte, praktische Naturschutzarbeit oder Umweltbildung durch. Die Vielfalt dieser Tätigkeiten lässt sich nur schwer zusammenfassen: Vom Moorschutz im Emsland über Birdwatch-Touren in Ostfriesland bis hin zur Renaturierung von landwirtschaftlichen Flächen im Weserbergland ist die Arbeit vor Ort sehr breit gefächert. Ganz aktuell wurde zum Beispiel in Wiesmoor der Wiedehopf, Vogel des Jahres 2022, erstmals wieder gesichtet. Der Vogel galt in Ostfriesland lange als ausgestorben. Deshalb hat die dortige NABU-Gruppe 2017 ein Unterstützungsprojekt gestartet: Über 30 spezielle Nistkästen für den Wiedehopf wurden gebaut und aufgehängt.
Umso trauriger, dass die geopolitische Situation aktuell in entgegengesetzte Richtungen führt. Laut Buschmann erleben wir derzeit den stärksten Angriff auf den Natur- und Umweltschutz seit Jahrzehnten. „Der Ukraine-Krieg, steigende Preise und die Ängste der Menschen werden derzeit von politischer Seite missbraucht, um Umweltstandards zu senken und die Naturschutzgesetze auszusetzen, um wirtschaftliche Interessen skrupellos durchzusetzen“, klagt er an. Nicht nur der Klimaschutz werde dadurch konterkariert, sondern ganz besonders das Artensterben weiter befeuert. Wir müssten schnellere Wege finden, die erneuerbaren Energien naturverträglich auszubauen, eine nachhaltigere Ernährung umzusetzen und den Ressourcenverbrauch zu verringern. „Hier gäbe es eine Menge Synergiemöglichkeiten mit dem Natur- und Umweltschutz, die aber leider nicht genutzt werden“, bedauert Buschmann.
dt