Wipperau-Kurier
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Johannes Schubach

Farbe, Licht und Landschaft

Bis heute erinnern sich ältere Suhlendorferinnen und Suhlen-dorfer an Johannes Schubach: Der aus Sachsen stammende Kunstmaler hat viele Jahre in Suhlendorf gelebt und gewirkt.

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Eine schöne Suhlendorfer Ansicht, zum Ende der 1940er Jahre, Ölgemälde von Johannes Schubach.
Foto: cwk


1915 geboren und im sächsischen Crimmitschau aufgewachsen, beginnt Schubach sein Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Nach Ende des Studiums zieht es den jungen Mann, vermutlich der Liebe wegen, in die Lüneburger Heide – nach Suhlendorf. Schubach ist Mitglied der SELK-Gemeinde in Nestau und heiratet Ingeborg Witte.
Schon bald wird Sohn Jochen geboren – doch das große Glück endet viel zu schnell: Ehefrau Ingeborg stirbt im Kindbett und statt sich um den kleinen Sohn kümmern zu können, muss Johannes Schubach in den Zweiten Weltkrieg ziehen.
Knapp mit dem Leben davongekommen, kehrt Schubach nach Kriegsende zurück nach Suhlendorf. Die Zeiten sind schwer – wer hat in Zeiten des Wiederaufbaus nach dem Krieg schon Geld für Kunst? Aber dennoch gelingt es ihm, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Er macht aus der Not eine Tugend, wechselt den Beruf und wird Maler und Tapezierer. Es gibt viel zu renovieren – und manche Kunden können sich allmählich auch wieder eine etwas exklusivere Wohnraumrenovierung mit künstlerischem „Handstrich“ leisten. Mit dem Wirtschaftswunder geht es endgültig wieder bergauf und so baut Johannes Schubach auf dem Mühlenberg in Suhlendorf, am Sportplatzweg, ein eigenes Haus. Er heiratet erneut.
Jetzt steigt auch die Nachfrage nach Kunst und so malt Schubach, nun wieder beruflich und sehr erfolgreich, zahlreiche Aquarelle, Ölbilder und Bauernmalerei – vor allem Landschaften. Gekonnt fangen Farbe und Pinselstrich Licht und Atmosphäre ein. Gern malt er Ansichten von Suhlendorf und Umgebung, aber eines seiner häufigsten Motive ist das Meer um seine Lieblingsinsel Bornholm.
Im Alter verlässt Johannes Schubach gemeinsam mit seiner Ehefrau Hede Suhlendorf. Sie ziehen nach Eschborn, bei Frankfurt am Main, und später in den Schwarzwald. 1995 stirbt Johannes Schubach mit 80 Jahren im brandenburgischen Lindow.

cwk